Erfahrungsbericht

Nach
14 Stunden Flugzeit und 3 Stunden Aufenthalt in Dubai sind wir um ca.
23 Uhr in Manila gelandet. Dort wurden wir von Father Ray, Brother Alex
und Atimila abgeholt. Wir machten einen Zwischenstop bei “Chowking”,
einer philippinischen Fastfood-Kette. Ueberraschender weise hat uns
das Essen sehr gut geschmeckt, was wir mittlerweile ueber fast die gesamte
philippinische Kueche sagen koennen.
Unsere Zimmer in Alaminos sind spartanisch aber es genuegt absolute
unseren Anspruechen. Wir leben hier mit den Priestern zusammen hinter
der Kirche. Am Tag nach unserer Ankunft wurden wir hier erstmal allen
vorgestellt.
Die
erste Woche sah dann wie folgt aus:
Wir
standen zwischen 6 und 8 Uhr auf, duschten und genossen dann mit den
Leuten hier das Fruehstueck, was aus Reis, Fisch, Gemuese und Obst besteht.
Dann gings mit dem Jeep weiter in die umliegenden Gemeinden, wo uns
auch jeder vorgestellt wurde. Das wiederholte sich mehrmals pro Tag.
In jeder Gemeinde/Parish haben wir was zu essen bekommen. Dazwischen
gabs dann, zum Leidwesen unserer Figur, Mittagessen (Mittagessen besteht
aus: siehe Fruehstueck). Dann gings wieder zurueck nach Alaminos, wo
es Abendessen gab (Abendessen besteht aus: siehe Fruehstueck). Von der
Hitze und den Eindruecken erschoepft und vom Bier am Abend schlaefrig
geworden fielen wir dann in unseren Klimatisierten Zimmern ins Bett.
Unsere Traeume waren teilweise ziemlich abgedreht, was wahrscheinlich
an den vielen Eindruecken lag, die wir nicht so schnell verarbeiten
konnten.
Das
war das Muster der ersten Woche in Alaminos. Natuerlich haben wir noch
mehr gemacht, wovon ich jetzt berichten werde:
Zunaechst
haben wir die Stadt besichtigt. Auf den ersten Blick war es ein wahnsinniges
Durcheinander von Menschen, “Tricycles” und Geschaeften.
Aber wir finden uns hier immer besser zurecht. Wir haben auch einen
Supermarkt gefunden, in dem man eigentlich alles bekommt, was man moechte,
ausser Vollkornbrot. An einem Tag sind wir mit einem Tricycle an den,
in der naehe liegenden “Bolo beach” gefahren. Das was Europaeer
als “Paradies” bezeichnen, haben wir da gefunden. Wir waren
auch noch an einem anderen sehr schoenen Strand und auch in einer Art
Zoo, wo wir leider sehr grosses Mitleid mit den Tieren bekommen habe,
die wirklich schlecht gehalten wurden.

Die
zweite Woche:
Montag
nachmittags sind wir ins “Seminary” (Priesterseminar verbunden
mit Internat) gefahren, wo wir bis Freitag geblieben sind. Hoeflicherweise
haben uns die Schueler vor unserer Anreise unsere Zimmer gerichtet.
Aus Angst, wir waeren zu gross fuer die Betten, haben die Schueler jeweils
3 aneinandergeschoben und mit der doppelten Menge an Matratzen belegt.
Dort waren alle sehr sehr hoflich und zuvorkommend, was allerdings auf
Kosten des Gemeinschaftsgefuehls ging.
Dort
sah unsere Tagesablauf wie folgt aus:
Um
5:10 Uhr sind wir aufgestanden, worauf wir zum Morgengebet gingen. Danach
gabs Fruehstueck. Dann mussten wir bis 12Uhr schlafen, weil wir, durch
die Hitze des nicht-klimatisierten Raums, nachts nicht dazu kamen. Um
12Uhr war dann das Mittagsgebet und danach gabs Mittagessen. Nach dem
Mittagessen wurde uns von zwei Seminariern versucht, Tagalog beizubringen.
Darauf folgte das Nachmittagsgebet. Dem folgte Zeit zum entspannen und
zum Tischtennis spielen. Nach der Relaxphase wurde das Abendgebet eingeleitet
und darauf folgte das Abendessen. Nach dem Nachtgebet fielen wir erschoepft
von der Hitze ins Bett.
Kommen
wir zu den Menschen:
Egal
was wir negatives schreiben, moechten wir vorne weg sagen, dass die
Positiven Eindruecke bei weitem ueberwiegen. Hier sind alle sehr sehr
hoeflich, um nicht zu sagen “zu hoeflich”. Man bekommt jeden
Wunsch von den Augen abgelesen. Zu unserem Leidwesen. Wir versuchen
uns anzupassen und einer von ihnen zu werden. Das wird uns durch den
Sonderstatus, den wir zur Zeit haben, deutlich erschwert. Aber wir glauben
und hoffen, dass sich das legen wird, damit wir uns anpassen und auch
negative Kritik bekommen koennen.
Heute
war der erste Tag wo wir wirklich mit in die Arbeit einbezogen wurden.
Wir haben (natuerlich nicht alleine) 150 Saecke a 50kg Reis, der an
arme Leute verteilt werden soll, abgeholt und hier untergebracht.
lG
Johannes & Nicki